Projektbeschreibung
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Wir, die Schülergruppe des Gymnasiums am Mosbacher Berg, möchten aufbauend auf das Thema ,,Fiktion und Wirklichkeit'' am Leonardo-Wettbewerb teilnehmen.

Szene:
An einem Dienstagmorgen, Deutschland schläft noch, döst der Grundkurs in Deutsch vor sich hin, als der Deutschlehrer die Gruppe mit dem Arbeitsauftrag aus dem Winterschlaf reißt:

Herr Shahvari: Inwiefern ist die Epoche der Romantik und Eichendorffs Erzählung ,,Aus dem Leben eines Taugenichts'' heute noch aktuell?

Nachdem der erste Schreck der Erkenntnis weichte, und Herr Shahvari seinen Kurs in Missmut zurückließ, folgte nach einem lauten Stöhnen des Kurses die Einsicht in die Ausweglosigkeit ihrer Situation.

Lativ: Bruuder, was für'n Mist! Der dreht jetzt noch richtig auf und nimmt uns alle hopps.

Ermal: Das war's komplett! Miss Murphy, was sagst du?

Louisa: Mir fällt einfach nichts dazu ein. Ich meine, wir wissen nicht, wie es damals richtig war?

Janice: Woher sollen wir aus der heutigen Zeit heraus eine Ahnung von der Romantik haben? Alles ist doch so anders!

Sinem (befremdet): Ich weiß, was du meinst ... Weißt du, was wirklich perfekt wäre? Jetzt einen richtigen Romantiker hier zu haben.

Felix (verwirrt und belustigt): Ja, aber wo sollen wir den jetzt herbekommen? Sind wir nicht alle Philister?

Mara: Jetzt hilft uns nur noch ein Wunder!

Emily (jung, brutal und gutaussehend): Kein Wunder! Eine romantische Beschwörung!

Ha My (nachsinnend): In Asien gibt es dafür ein Kraut.

Sich der Verzweiflung entgegenstemmend greift der Grundkurs nach dem letzten Strohhalm und versammelt sich in einer rituellen Runde um die "Romantische Kerze". Ha My streut ihre Kräuter in die Flammen, Victoria beginnt mit der Beschwörungsformel, alle anderen steigen ein:

"Wem Gott will rechte Gunst erweisen
Dem schickt er den Taugenichts,
Dem will er seine Wunder weisen
In den hellen Strahlen des Lichts."

Fatih (dazukommend): Was geht hier ab, ihr Hexen?!

Sarah (bestimmt): Pssst, du kulturloser Banause! Hexerei, sieht man doch!

Finn (begeistert): Ich heiße nicht umsonst Reimholz. Lass mich weitermachen, dann wird er kommen!

"Den lieben Taugenichts lass ich nur walten;
Der Trottel, Dödel, in unserer Welt
Und Ehre und Geld will erhalten,
Hat auch meine Nikes auf Kickz bestellt!"

Ha My (die Zauberworte auf vietnamesisch sprechend): Oi troi oi.

Und wie von Zauberhand macht es *Puffffffff*. In der Rundenmitte steht der langersehnte Taugenichts.

Taugenichts (total verstört): Oh, meine Aurelie, wo bist du, meine Aurelie?

Imane: Allah, Allah, er ist es!!

Taugenichts: Wer seid ihr? Warum bin ich hier???

Alle: Wir brauchen dich!!!

Nachdem die Gruppe dem Taugenichts die Situation im Ansatz erklärt hat, stellen sie ihre Fragen:

Jasmin: Was bedeutet die Natur für dich?

Taugenichts: Die Natur hat einen fast unbeschreiblichen Wert für mich. Sie ist wie ein innerer Spiegel für mich, sie beeinflusst, prägt und schützt mich. In ihr habe ich meinen Frieden, in ihr finde ich Gott. Sie erfüllt meine Sehnsucht.

Lativ (kommentierend): Aha, und wonach sehnst du dich noch?

Taugenichts: So vieles: Freiheit, Autonomie, Liebe, Natur- und Gottverbundenheit. Auf Reisen und in der Musik lerne ich, diesen Sehnsüchten näherzukommen.

Ermal: Ich finde es toll, wie herzlich du davon berichtest und wünschte, wir würde heute mehr von diesem romantischen Geist in unserer Welt vorfinden.

Felix: Jaman, wie schön wäre es, wenn jeder in unserer Zeit so denken und fühlen könnte.

Taugenichts: Oh, glaube mir, es ist nicht so einfach, wie es klingen mag. Ihr lebt in einer anderen Zeit mit sehr vielen Vorteilen. Aber ihr lebt bequem und habt euch selbst vergessen. Ein komplettes Romantikerleben ist in eurer Zeit nicht durchsetzbar. Außerdem wäre es der falsche Weg, denn von diesen Werten hat sich eure Gesellschaft zu sehr entfernt.

Victoria: Was sollen wir denn sonst machen?

Taugenichts: Ihr würdet in der Fiktion untergehen. Aber eure Wirklichkeit ist die Wirklichkeit des Philisters. Sucht die Mitte zwischen mir und den Philistern, sodass ihr bestimmte Werte und Grundsätze der Romantik an eure Zeit anpassen könnt.

Janice: Das ergibt so viel mehr Sinn. Jetzt haben wir einen Ansatz, um unsere Aufgabe zu lösen. Die Aktualität der Thematik liegt eben auch darin begründet, dass wir die "Goldene Mitte" finden, zwischen unserer Wirklichkeit und deiner Fiktion.

Diese Thematik, so beschließen die Jugendlichen, soll filmisch auf ihre individuelle Weise dargestellt werden. Sie suchen den goldenen Mittelweg, zwischen Fiktion und Wirklichkeit, zwischen Romantiker und Philister, zwischen Freiheit und Sicherheit, zwischen alten und neuen Werten.

Alle: Wir freuen uns auf Euch!!!
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