Projektbeschreibung
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LEONARDO PROJEKTBESCHREIBUNG - ANTIGONE
Große Theaterwerkstatt der Helene-Lange-Schule



Als Große Theaterwerkstatt der Helene-Lange-Schule erarbeiten wir in diesem Jahr ein Theaterstück, dass sich mit dem Thema Zukunft beschäftigt. Der Ausgangspunkt für unser Interesse an dem Thema waren die Friday for Future Proteste, an denen einige von uns auch aktiv teilnehmen und bei denen es nicht zuletzt um eine Zukunft geht, die uns abhanden kommt, die zunehmend im Sterben begriffen ist, verursacht durch die Klimakrise und die mangelnde Bereitschaft von Politker*Innen weltweit wirklich aktiv zu handeln und unseren Planeten, ergo die Zukunft von uns Schüler*Innen, zu retten.

Gemeinsam mit dem Regisseur & Autor Bastian Sistig, der bereits im letzten Jahr ein Stück mit der Großen Theaterwerkstatt der HELA entwickelt hat, bei dem es um den Wiesbadener Stummfilmpionier Edy Dengel und einen verlorenen Film von ihm ging, berarbeiten wir als Ensemble aus Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Jahrgangsstufe das antike Theaterstück Antigone. So entsteht in einem intensiven Zeitraum von knapp fünf Wochen unter professionellen Bedingungen ein knapp zweistündiges Theaterstück, dass wir ingesamt acht mal aufführen werden.

Bei dem Stück Antigone von Jean Anouilh geht es um um den Konflikt zwischen idealistischer, aufbegehrender Jugend und einer pragmatischen, herschenden Erwachsenengeneration, verkörpert durch Kreon. Kreon ist der Herscher über Theben und verbietet, dass Polyneikes, der Bruder von Antigone, bestattet wird. Polyneikes hat gegen Theben Krieg geführt, da ihm von seinem Bruder Eteokles unrechtmäßig der Thron vorenthalten wurde. Polyneikes und Eteokles sind beide in diesem Krieg ums Leben gekommen. Während Eteokles als Held, als Verteidiger der Stadt vereehrt und bestattet wird, muss Polyneikes unbestattet bleiben. Antigone möchte das Polyneikes Seele zur Ruhe kommt und setzt sich über die Gesetzte Ihres Onkels Kreon hinweg, der die Bestattung des Polyneikes verbietet und Gesetzesbrüche mit dem Tod bestraft. Antigone ist bereit für ihre Ideale zu sterben. Ihr Geliebter Hämon, Sohn von Kreon, folgt Ihr dabei in den Tod. Das Stück endet in einer Tragödie.

In unserer modernen Bearbeitungen der Antigone ist Polyneikes nicht tot. Er ist stattdessen im Krankenhaus und befindet sich im Sterben. So wie unsere Zukunft auch. Kreon verweigert Polyneikes ärtzliche Hilfe und Fürsorge, die er bräuchte um wieder gesund zu werden. Antigone setzt sich dafür ein, dass Polyneikes gerettet wird. Das es ihm bald wieder besser geht. Antigone setzt sich im übertragenen Sinn für das Überleben der Zukunft ein. Entsprechend haben wir gemeinsam mit Bastian Sistig das Stück Antigone von Jean Anouilh textlich umgeschrieben und bearbeitet, Szenen hinzugefügt, Figuren ausgebaut, aufgesplittet und verändert, so dass es zu unserer Deutung des Stückes passt und dem Publikum verständlich gemacht werden kann.

Mit der Wiesbadener Bühnen- und Kostümbildnerin Birgit Reimann entwickeln wir die kompletten Ausstattung des Stückes, dass wir in der Gegenwart ansiedeln. So fängt unser Stück beispielweise mit einer Talkshowszene an. Kreon ist ein Politiker, der sich mehr um die Arbeitsplätze in Braunkohleregionen, als um das Überleben der Zukunft schert. Antigone ist eine junge idealistische Schülerin und Umweltaktivistin. Die Wächter des Kreons sind viel mehr Mitarbeiter der Security von Kreon. Um hier nur einige kurze Beispiele zu nennen, die lediglich einen Eindruck geben sollen.

Wir entwickeln unsere Figuren dabei mit sehr viel Liebe zum Detail selbst, überlegen uns Kostüme, schreiben einzelne Textpassagen selbst oder unter Anleitung des Regisseurs Bastian Sistig. Wir entwickeln in der Gruppe ein Plakat, das Programmheft zum Stück und werden im Anschluss an die Vorstellungen zu Nachgesprächen über das Stück in die einzelnen Schulklassen gehen. Sodass es am Ende ein Stück von und mit uns ist. Zu einem Thema, das uns berührt, beschäftigt und begeistert.
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