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Kunst aus Treibholz zu einem Songprojekt nach Wagners Rheingold-Ouvertüre.

Holz vom Wasser zerfressen, in den Ritzen ausgewaschen, in der Sonne getrocknet, wieder aufgerissen, zerbrochen, glatt geschmirgelt von Sand und Kies, manche wohl schon eine Ewigkeit im Wasser, manche vielleicht erst vor kurzem in den Rhein gefallen, von der Strömung gebrochen, an Felsen zersplittert ...
Eigentlich waren viele Hölzer genau so, wie wir sie gefunden haben, schon interessant anzuschauen. Wir überlegten aber, wie wir das, was uns so an dem Treibholz gefiel, verstärken, oder mehr betonen könnten. Die Strukturen sollten farblich hervorgehoben werden: Verläufe der Maserungen, Risse, Bruchstellen, Löcher, Vertiefungen.

Auch unsere Schulband überlegte, wie man sich musikalisch beteiligen könnte. Beim Brainstorming direkt am Rheinufer in Biebrich stießen sie auf die Wagner-Villa. Vielleicht ließe sich aus einem Werk Richard Wagners etwas machen!? Das Rheingold?! Ein immer wiederkehrendes Motiv aus der Ouvertüre ging ihnen nicht mehr aus dem Ohr.

Daraus werden sie etwas machen! Treibholz aus dem Rhein und Musik über den Rhein, das passt gut zusammen ... und Rhein-Gold ? Gold! ? Gold? Mit dieser Farbe hatten wir noch gar nichts ausprobiert an unseren Hölzern. Gold und Schwarz und ... als Kontrastfarbe. Unsere Treibholz-Stücke scheinen durch das nun an vielen Stellen hervorbrechende Gold noch einen gesteigerten Wert zu bekommen.
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13.01.2019 - 18:04 Uhr
Berfin Ekizler
light & shine
... lange nichts passiert hier ... im Dezember waren halt Projektprüfungen und mündliche Prüfungen und dann die Ferien ... aber jetzt geht´s wieder los ;-)
Zuletzt sind ja einige Objekte mit Kerzen entstanden ... lag wahrscheinlich an der dunklen Winterzeit ... wir waren aber überrascht, wie gut sich das auch zusammen macht. Es gibt einen besonderen Effekt, wenn die Kerzen brennen und das Gold in den Hölzern schimmert und das Kerzenlicht reflektiert ... vielleicht versuchen wir auch mal eine richtige Lampe aus Treibholz zu bauen ...
Inzwischen haben wir natürlich auch mal gegoogelt, was es so zum Thema Kunst aus Treibholz im Worldwide Web zu finden gibt. Wir waren erstaunt, wie viele Leute mit Treibholz arbeiten, ABER was uns extrem gefreut hat ist, dass noch niemand diese Kombination aus Farben und Treibholz ausprobiert hat. Da haben wir wirklich etwas NEUES gemacht :-)) Und es regt sogar andere Künstler an das auch zu probieren. Das Künstlerpaar HOLZWURMBYPM aus Lorch hat unsere ersten Arbeiten gesehen und war so begeistert von unserer "Veredelung" der Hölzer, dass sie so etwas auch ausprobieren wollten. Auf ihrem Verkaufsstand beim Ingelheimer Weihnachtsmarkt haben sie dann auch zum ersten mal ein nach unserer Idee entstandenes Treibholzstück mit Silber (statt Gold) und Schwarz ausgestellt!!! Das freut uns sehr :-))
10.12.2018 - 17:22 Uhr
Berfin Ekizler
Demo Nummer Zwei: Rhinegold
... uuund hier das Demo mit der zweiten Version. Noch ein Song nach einem Motiv aus Wagners Rheingold-Ouvertüre:
https://drive.google.com/file/d/1oa-tMxC4HUfzM3kMHtYPfY3xC0eXc9Pc/view
aaaaaber wie gesagt, nix amtliches, nur ein Demo-Versuch ;-)
Wir arbeiten ja noch daran ... ist auch noch zu kurz so ....
04.12.2018 - 19:10 Uhr
Berfin Ekizler
... weiter geht´s ...
Bisher hatten wir unsere Kunst-Musik-Projekte immer in der Kategorie Ideen für Wiesbaden angemeldet, weil sie einen sehr starken Wiesbaden-Bezug hatten. Das ist dieses Mal nicht ganz so deutlich, auch wenn alles Treibholz vom Rheinufer zwischen Kastel und Schierstein stammt und Wagner eine Zeit lang am Biebricher Rheinufer wohnte (dort aber an den Meistersingern, nicht am Rheingold arbeitete). Deshalb wählten wir dieses mal die Kategorie Kunst & Design.

Rhine Cleanup

Vor den Herbstferien waren wir immer wieder am Rheinufer unterwegs um weiteres Treibholz zu sammeln, wobei uns natürlich auch der ganze Müll auffiel, der mit dem Treibgut ans Ufer geschwemmt wurde. Als wir vom Rhine-Cleanup hörten, der auch am Biebricher Rheinufer stattfinden sollte, entschlossen wir uns spontan teilzunehmen (siehe auch Artikel des Wiesbadener Kurier in den Dokumenten). An diesem Tag reinigten etwa 10000 Menschen in 59 Städten Rhein das Rheinufer vor allem von Plastikmüll, der sonst irgendwann in die Nordsee gespült worden wäre.

Und wir arbeiteten weiter ...

Eine Technik zur farblichen Gestaltung hatten wir ja nun entdeckt. Aber wie könnte man die Hölzer präsentieren? Sollte man sie weiter bearbeiten? Einige Stücke sahen einfach toll aus, so wie sie waren. Andere erinnerten an Tierformen oder ähnliches. Wir entschlossen uns dazu, je nach Stück, das Objekt einfach so zu lassen, wie es war und es auf einen Sockel oder Ständer zu stellen, oder es mit weiteren Holzstücken zu kombinieren. Eine Gruppe der Jungs aus unserer 10ten Klasse fühlte sich zum Beispiel von einem langen gebogenen Aststück an einen Drachen erinnert. Sie fanden dazu Treibhölzer, die sie als Flügel und Kopf ansetzen konnten. Wir probierten auch, kleinere Treibholz-Stückchen zu reliefartigen Bildern zu arrangieren.
Um noch einen stärkeren Bezug zum Rheinwasser zu geben, sammelten wir Muscheln am Rheinufer und versuchten einige Objekte mit Muscheln zu ergänzen ...
04.12.2018 - 19:00 Uhr
Berfin Ekizler
Musik 2 3 ...
Die Schulband hatte nun auch eine musikalische Idee. Im Vorspiel zu Wagners Rheingold wiederholt sich ein Motiv in verschiedenen Lagen immer wieder.
Dieses Motiv lernte Tahmid auf der Gitarre, legte es aber nach C-Dur, weil es so besser spielbar war. Er spielte es in einer Session immer wieder und Gedeon am Schlagzeug und Dean am Bass fiel ein Groove dazu ein. So entstand die Grundlage für den musikalischen Teil des Rheingold-Songs. Gedeon, Dean und Sängerin Veronica versuchten dann einen Songtext auf Grundlage obiger Sage zu machen. Sie sammelten Schlagwörter zur Sage und zum Thema Rhein und Treibholz, suchten Reimwörter zu diesen Schlagworten und konnten so schließlich einen Text entwerfen. Beides wurde auf deutsch und englisch probiert. Die englische Version ging aber schon beim Lesen irgendwie flüssiger von den Lippen. Deshalb haben sie sich für diese entschieden:

RHINEGOLD

Like drifted wood
I´m streaming in the flood
Grab me from the banks
Love will be my thank

Chorus:
Rhinegold - the river runs deep
Rhinegold - listen to my weep
Rhinegold - let it out, let it shine
Rhinegold - my love devine

Get me out of my grave
Get me out, make me safe
Love is in the wood´s gold
The river´s to cold

Chorus ...

Rivergold made me strong
As I drifted so long
Take this old branch
Take this chance

Chorus ...


Als musikalische Unterstützung unseres Kunst-Themas hat uns das sehr gut gefallen. Musik aus einem Rheingold-Motiv Richard Wagners mit einer unbekannteren Version einer Rheingold-Sage die sogar unser Treibholz thematisiert. Ein erstes Demo ist hier:

https://drive.google.com/file/d/1-nwhXsuJmE5pXP4AzES47su4PG43X9XO/view?usp=sharing

Beim Ausprobieren und Spielen mit dem Motiv entstand plötzlich noch eine weitere Idee. Unser neuer Gitarrist Natanael probierte das Thema statt im 3/4tel-Takt, wie im Original, mal im 4/4tel-Takt zu spielen. Ging auch gut. Plötzlich entstand eine etwas funkige Version, die uns auch sehr gut gefiel. Also nochmal einen Text dazu versucht - dieses mal aber inhaltlich auf die Original-Geschichte bezogen:

RHINEGOLD

An ugly gnome
Who liked the the song
From maidens of Rhine
About Rhinegold´s shine
Rhinegold - sing:
Who´s got the ring?

Deep in the cold
He stole the gold
No love to him
He forged the ring
Rhinegold - sing:
Who´s got the ring?

After Wotan´s call
Giants got it all
He payed them right
They went to fight
Rhinegold - sing:
Who´s got the ring?

A story of gold
As Richard has told
About old times
About old Rhine
Rhinegold - sing:
Who´s got the ring?

Jetzt waren wir ganz unsicher, was uns besser gefällt. Diese Funk-Version passte natürlich auch gut zum Funkeln und Glitzern unserer Treibholz-Stücke. Ein Demo gibt es demnächst auch hier!

Oder wir machen einfach beide Versionen? Warum eigentlich nicht?
04.12.2018 - 18:56 Uhr
Berfin Ekizler
Eine andere Rheingold-Sage
Wie sollten wir nun aber die Sage vom Rheingold mit unserem vergoldeten Treibholz in Verbindung bringen?

Natürlich haben wir Richard Wagners Version gelesen, aber bei der Recherche stießen wir auf eine Rheingold-Sage aus dem Elsass, in der es sogar um Treibholz geht:

RHEINGOLD
Eine Sage um einen armen Fischer, eine verwunschene Wasserfee und glitzerndes Treibholz

Am Rhein wohnte einst ein armer Fischer, der Tag für Tag mit seinem Nachen auszog, aber nie genug Fische fangen konnte um davon seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Eines Abends zog ein schwerer Sturm auf und riss sein Boot in die Fluten, das sofort mit der Strömung des Rheines verschwand. Somit hatte er auch sein einziges Arbeitswerkzeug verloren. Unmengen von Treibholz wurden in dieser Nacht ans Ufer gespült. Als der Fischer am Ufer entlang zog um sein Boot zu suchen, stieg er über vielerlei angeschwemmtes Holz und wunderte sich über das goldene Glitzern der Hölzer. Er meinte aber, es komme wohl von den vielen Tropfen auf dem Treibholz, die im Mondlicht schimmerten. Plötzlich aber, als er ein besonders großes, stark glitzerndes und schön geformtes Aststück aufhob, verwandelte sich dieses in eine Wasser-Fee: Sei bedankt Fischer, du hast mich von einem bösen Zauber erlöst, der mich in dieses Holzstück verwandelte. Von nun an sollst du nie mehr Armut leiden! Sammle diese glitzernden Hölzer am Ufer. Das Funkeln wird zu reinem Gold in deinen Händen! Und so war es. Die Fee verschwand in den Fluten und der Fischer konnte nun Abend für Abend das Gold aus dem Rhein fischen und musste nie mehr arm sein. Hast du auch schon einmal ein glitzerndes Stück Treibholz am Rhein gefunden? Hebe es doch einmal auf!

(inspiriert von
http://www.brauchtumsseiten.de/a-z/r/rheingold/html und etwas verändert)
03.12.2018 - 19:52 Uhr
Berfin Ekizler
Rheingold?
Seit vielen Jahren machen wir immer wieder Kunst- und Musikprojekte, die mit Wiesbaden und unserer Umgebung zu tun haben. Unser letztes Projekt Wiesbaden-Rhein-Romantik hat uns selbst so viel Spaß gemacht, dass wir wieder so etwas ähnliches machen wollten.
Damals haben wir 100 Bilder gemalt, die von den Rheinromantikern inspiriert waren, sammelten passende Zitate zu den Bildern aus Gedichten und Texten der Rheinromantiker und machten aus der Wiesbadener Sinfonie, die Brahms nach seinen Wanderungen durch Rheingau und um Wiesbaden komponierte, moderne Rocksongs.

Als wir diesen Sommer bei einem Wandertag das Rheinufer entlang zogen, fielen uns immer wieder interessante Holzstücke am Ufer auf: Treibholz

Treibholz

Stücke vom Wasser zerfressen, in den Ritzen ausgewaschen, in der Sonne getrocknet, wieder aufgerissen, zerbrochen, glatt geschmirgelt von Sand und Kies, manche wohl schon eine Ewigkeit im Wasser, manche vielleicht erst vor kurzem in der Nähe in den Rhein gefallen, von der Strömung gebrochen, an Felsen zersplittert ...

Wir sammelten die ersten Treibhölzer, denn es war uns klar: damit wollten wir etwas machen. Durch den extrem heißen Sommer und den immer weiter zurückfallenden Fluß waren die meisten Stücke wunderbar getrocknet und wir konnten direkt anfangen etwas mit ihnen auszuprobieren.

Struktur und Farbe

Eigentlich waren viele Hölzer genau so, wie wir sie gefunden haben, schon interessant anzuschauen. Wir überlegten aber, wie wir das, was uns so an dem Treibholz gefiel, verstärken, oder mehr betonen könnten. Die Strukturen sollten hervorgehoben werden: Verläufe der Maserungen, Risse, Bruchstellen, Löcher, Vertiefungen.

Mit Farbe mussten solche Strukturen vielleicht hervorgehoben werden können. Wir probierten, solche Stellen mit Pinsel und Farbe zu betonen. Die Ergebnisse überzeugten uns aber nicht so recht. Es sah einfach nur wie bepinseltes Treibholz aus. Wie konnte man die farbig betonten Stellen so aussehen lassen, als seien sie nicht von jemandem aufgemalt worden. Alles sollte natürlicher aussehen, so, als sei das Holz von der Natur und vom Rheinwasser so behandelt worden, wie es nach unserer Bearbeitung aussah.

Wir nahmen die gleichen Stücke wieder zur Hand, probierten verschiedene Pinsel aus, verschiedene Farben, verschiedene Farbarten, -sorten, -stärken und wischten die neu aufgetragene Farbe mal wieder ab und ... da ... da ... da hatten wir plötzlich das Ergebnis, das wir wollten:
Die neue, gerade frisch aufgetragene Farbe, die in Risse, Maserungen, Löcher und so weiter gelaufen war, blieb nach dem Abreiben genau in diesen Stellen zurück und die alte zuerst aufgetragene Farbe kam an allen erhabenen und andern Stellen hervor, an denen der Lappen beim Abreiben hängen blieb. Damit wurden alle Strukturen doppelt und durch zwei Farben betont und hervorgehoben. Das war es. Die Ergebnisse sahen auch natürlich genug aus und, ja, die Treibholzstücke erschienen uns jetzt noch interessanter. Der Effekt war am besten, je größer und intensiver der Farbkontrast der beiden Farben war.

Wagner und Rheingold

Mittlerweile hatte auch unsere Schulband von der neuen Projektidee Wind bekommen und überlegte, wie man sich musikalisch beteiligen könnte. Sie trafen sich zu einem Brainstorming direkt am Rheinufer in Biebrich und stießen plötzlich auf die Wagner-Villa. Vielleicht ließe sich aus einem Werk Richard Wagners etwas machen!?

Sie informierten sich über Wagner im Internet und entdeckten seine Rheingold-Oper. Damit war klar, hiermit muss etwas gemacht werden. Treibholz aus dem Rhein und Musik über den Rhein, das passte uns gut zusammen ... und Rhein-Gold ... Gold! Gold? Mit dieser Farbe hatten wir noch gar nichts ausprobiert an unseren Hölzern.

Gold

Also probierten wir unsere als gut befundene Technik nun einmal mit Gold und mit Schwarz als Kontrastfarbe aus. Toll. Wir waren vom Ergebnis begeistert. Unsere Treibholz-Fundstücke schienen durch das durchscheinende und an vielen Stellen hervorbrechende Gold noch einen gesteigerten Wert zu bekommen. Trotzdem wirkte es nicht kitschig und mit Gold überladen, denn davor hatten wir Bedenken. Nur da wo wir entschieden eine Struktur zu betonen wurde abgerieben und das Gold trat zum Vorschein.

Wir überlegten in welchen Farbkombinationen uns Gold bisher sonst noch begegnet war. Außer Gold mit Schwarz fiel uns noch Gold mit Dunkelrot, Gold mit Dunkelblau und Gold mit Dunkelrot ein. Alle vier Kombinationen brachten schöne Ergebnisse, sodass wir nun mit diesen Farben arbeiten wollten.

Lange haben wir ausprobiert, welche Farben am besten funktionierten. Deckfarben, Lackfarben, Acrylfarben usw ... Letztere waren am besten zu verarbeiten, ließen sich problemlos mit Wasser verdünnen um in tiefer gelegen Stellen zu verlaufen, trockneten schnell, um wieder abgerieben und nicht nur verschmiert zu werden und waren einigermaßen bezahlbar. Vor allem aber bei der Farbe Gold gab es hier extreme Unterschiede. Jedes Gold sah irgendwie anders aus, war mal mehr ockerfarben, glitzerte mehr oder weniger, ging in Richtung Silber, oder, oder, oder ... Schließlich haben wir im Baumarkt ein Acrylgold gefunden, das uns am besten gefiel, aber das hat wirklich lange gedauert und viele Farbproben gekostet

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