Projektbeschreibung
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Der goldene Schnitt unterteilt eine Linie genau so, dass das Verhältnis des kleineren Teils zum größeren Teil genau dem Verhältnis des größeren Teils zur gesamten Linie entspricht. Was sich kompliziert liest, ist eigentlich recht simpel. Der goldene Schnitt wird vom Auge als sehr harmonisch und gefällig wahrgenommen. Das ist auch der Grund dafür, dass das Verhältnis seit Jahren von Baumeistern, Architekten, Künstlern und Dekorateuren genutzt wird. Die Verhältniszahl, die gerundet bei 1,618 liegt, wurde über die Jahrhunderte auch als "De Divina Propotione" oder auch als "sectio aurea" bekannt. 1835 prägte Martin Ohm den Begriff "goldener Schnitt".
Mathematisch kann der goldene Schnitt unter anderem über die Fibonacci-Reihe hergeleitet werden. Mit dieser Zahlenfolge ist es auch möglich, die Nautilus-Schnecke zu konstruieren. Sowohl goldener Schnitt als auch Nautilus-Schnecke finden sich häufig in der Natur wieder.
In dem Leonardo-Projekt haben wir einen mathematischen Stadtführer von Wiesbaden erstellt. Hierin finden sich berühmte Bau- und Kunstwerke Wiesbadens, die entweder den goldenen Schnitt oder die Nautilus-Schnecke aufnehmen. Wir sind beide Schülerinnen der Klasse 7d des Humboldt-Gymnasiums und haben uns dazu vorher mit der mathematischen Theorie und den Konstruktionsprinzipien beschäftigt. Im nächsten Schritt haben wir eine Vorauswahl berühmter Wiesbadener Gebäude getroffen, die wir dann im dritten Schritt abgelaufen und analysiert haben. Um die Konstruktionsprinzipien des goldenen Schnitts und der Nautilus-Schnecke wiederzufinden, haben wir zwei Plexiglas-Platten so präpariert, dass die Gebäude durch die Plexiglas-Scheibe fotografiert und zuhause ausgewertet werden konnten.
Unsere Ausgangshypothese wurde damit bestätigt: Insbesondere in der Zeit des Historismus - also der architektonischen Gründerzeit - als auch während der Bauphase (Bauhaus Schule) in der Weimarer Republik wurde der goldene Schnitt häufig angewendet. Durch den geringen Zerstörungsgrad Wiesbadens während des zweiten Weltkriegs blieben viele dieser Bauwerke erhalten und wurden nicht ersetzt durch die funktionalen Prinzipien (form follows function) der Nachkriegsjahre. In dieser Zeit war die Priortät darauf gelegt worden, in kurzer Zeit möglichst viel und günstigen Wohnraum zu schaffen. Außerdem waren wegen neuerer Baumaterialien, wie zum Beispiel Spannbeton, neue Konstruktionen möglich und es war Mode, die technischen Möglichkeiten auszunutzen. Dies führte jedoch dazu, dass der goldene Schnitt seltener in der Architektur zur Anwendung kam. In wenigen Beispielen kann man auch das in Wiesbaden beobachten. Bei einigen historischen Gebäuden wurde das Dachgeschoss durch Kriegsbrände zerstört und die oberste Etage in der Nachkriegszeit erneuert bzw. sogar aufgestockt und nicht mehr in der gleichen Proportion aufgebaut. Der ursprüngliche goldene Schnitt an den Gebäuden ging so verloren und die Gebäude wirken heute nicht mehr so harmonisch wie auf alten Bildern.
In Summe finden sich in Wiesbaden aus den oben genannten Gründen ausgesprochen viele Bauwerke, die den goldenen Schnitt enthalten und dadurch harmonisch wirken und das schöne Stadtbild Wiesbadens prägen und unverwechselbar machen - wenn man denn weiß, wohin man schauen soll und woher der besondere Effekt in Wiesbaden kommt. Unser Stadtführer - unsere Liebeserklärung an Wiesbaden - hat daher auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann immer wieder erweitert werden.
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