Projektbeschreibung
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Die Martin-Niemöller-Schule hat seit einem Jahr eine Deutschintensivklasse (DiKla) mit 16 Flüchtlingen und Einwanderern. Uns ist aufgefallen, dass der Kontakt zwischen DiKla-Schülern und anderen Schülern eher gering ist und es bisher nicht genug Anstrengungen gab, diese Situation zu verbessern. Deshalb kam an der Schule die Idee auf, gemeinsame Museumsbesuche für Patengruppen, bestehend aus einem DiKla-Schüler und einem Schüler der 6.Klasse zu organisieren, um die Beziehung zwischen den beiden Gruppen zu verbessern. Das Patenprojekt umfasst vier Ausflüge in verschiedene Museen im Rhein-Main-Gebiet mit naturwissenschaftlichen Schwerpunkten, sowie weitere Aktionen und wird durch die Siemensstiftung finanziert, wodurch keine Kosten für die Beteiligten anfällt. Das Projekt hat die Integration von Flüchtlingen in unseren Schulalltag zum Ziel. Unsere Absicht ist es darüberhinaus das Interesse an diesem Themenfeld zu wecken. Über ähnliche Neigungen und direkten Kontakt versuchen wir die Beziehung zwischen den Schülern zu stärken. Die Schüler der Deutschintensivklasse haben die Möglichkeit durch die Zusammenarbeit mit einem deutschsprachigen Partnerschüler ihre Deutschkenntnisse weiter zu verbessern. Das Projekt zielt außerdem darauf ab, die Flüchtlinge beim Zurechtfinden im deutschen Alltag zu unterstützen, wie zum Beispiel die Orientierung im öffentlichen Raum und dadurch ihre Alltagsbewältigung zu verbessern. Außerdem soll dies der Teambildung und dem gegenseitigen Verständnis dienen, denn ein anderes Vorhaben ist die Sensibilisierung der deutschen Schüler für die aktuelle Flüchtlingssituation und die nachhaltige Unterstützung der Migranten. Zu unserer Aufgabe zählt es, die Schüler auf den Ausflügen zu begleiten und ihnen bei Fragen in Bezug auf die Thematik und Allgemeines zur Seite zu stehen. Wir erstellen weiterhin Fragebögen, zur Evaluation des Befindens und des aktuellen Wissenstandes der Schülerinnen und Schüler. Zusätzlich spielen wir Wortspiele, um den Wortschatz der Schülerinnen und Schüler zu erweitern. Wir hoffen dadurch den Schülern neue Perspektiven zu vermitteln und einen Zusammenhalt zu schaffen, denn nur gemeinsam können wir die Schwierigkeiten der aktuellen Flüchtlingssituation bewältigen.
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03.04.2017 - 17:09 Uhr
Jael Behrendt
Abschlussbericht
Insgesamt betrachten wir unser Projekt als erfolgreich. Wir haben einige unserer Ziele erreicht, wie den verstärkten Kontakt zwischen Schülern der fünften Klasse und der Integrationsklasse. Dadurch verbesserte sich auch die Integration der Flüchtlinge in den Schulalltag, da ihnen nun neue Freunde und deutschsprachige Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Außerdem verbesserte sich aufgrund unser hilfreichen Anweisungen im Straßenverkehr die Orientierung der Flüchtlinge im öffentlichen Raum. Langfristig erhoffen wir uns einen stärkeren Zusammenhalt zwischen den Gruppen und eine tiefgreifende Integration.

Wir bedauern, dass wir ein paar unserer Ziele nicht vollständig erreichen konnten. So ließ sich keine große Steigerung der Interessen der Schüler an naturwissenschaftlichen Themen feststellen. Aufgrund von mangelhaften Deutschkenntnissen konnten einige DiKla-Schüler wenig von den Führungen verstehen und das inhaltliche Niveau war für die sechste Klasse teils zu gering. Leider führte die Kommunikation mit den Sechstklässern nicht zu der erhofften, relevanten Spracherweiterung der DiKla-Schüler.

Uns fiel auf, dass es Unterschiede in den Umgangsformen der zwei Gruppen gibt. Im Vergleich zu den Schülern der sechsten Klasse sind die DiKla-Schüler insgesamt lauter und ungestümer. Außerdem zeigten viele der deutschen Schüler wenig Motivation, da die Veranstaltungen in ihrer Freizeit stattfanden. Trotzdem war es für uns Betreuer sehr interessant die Fortschritte im Zusammenhalt der Gruppe zu dokumentieren und wichtige Einblicke in den Alltag der Flüchtlinge zu erhalten. Aktuell läuft noch die Auswertung eines Fragebogens für die Eltern der beteiligten Kinder, um die bisherigen Ergebnisse aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Wir hoffen, dass dieses Projekt in den nächsten Jahren von anderen Schülergruppen fortgesetzt wird und danken unserem Lehrer, Herrn Dr. Röder, und den Schülern für die aufschlussreichen Erfahrungen. Außerdem geht ein herzlicher Dank an die freundliche Unterstützung der Siemens-Stiftung, ohne die das ganze Projekt nicht möglich gewesen wäre.
06.02.2017 - 14:01 Uhr
Jael Behrendt
Experiminta in Frankfurt
Beim letzten Ausflug fuhren wir wieder nach Frankfurt in die Experiminta. Dieses Museum ist ein Mitmach-Museum mit interaktiven Versuchsstationen, was besonders für Kinder interessant ist. Wir nahmen diesmal den Zug und die S-Bahn zum Museum, was besser als davor funktioniert hat, da die Schüler den Weg bereits kannten. Die Schüler verhielten sich angebracht im öffentlichen Verkehr und befolgten die Anweisungen. Das Museum war über vier Etagen verteilt, welche sich immer mit einem eigenen Themenkomplex befassten. Die Schüler konnten in kleinen Gruppen mit jeweils einem Betreuer das Museum besichtigen und viele verschiedene Stationen und Rätseln ausprobieren. Die Kleingruppen arbeiteten gut zusammen und tauschten sich viel aus. So war es leichter die Rätsel und Probleme zu lösen. Des Weiteren konnten die Schüler sich bei einigen Stationen körperlich verausgaben, was ihnen sichtlich Spaß bereitete. Besonders das eigenständige Arbeiten in den Kleingruppen gefiel den Schülern. So konnten die Schüler zum Beispiel ihren eigenen Puls messen oder ihre eigene Geschwindigkeit beim Rennen messen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der letzte Ausflug den Schülern wahrscheinlich am meisten Spaß gemacht hat, weil sie sich freier im Museum bewegen konnten und nicht an eine bestimmte Führung gebunden waren, sondern ihre eigenen Interessen verfolgen konnten.
06.02.2017 - 12:40 Uhr
Jael Behrendt
Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt
Bei unserem dritten Ausflug ging es für die Schüler nach Frankfurt in das Senckenberg Museum, welches das größte Naturkundemuseum in Deutschland mit Exponaten aus den Bereichen Biologie und Geologie ist. Der Hinweg dauerte über eine Stunde und war nervenaufreibend, da die große Gruppe am Frankfurter Hauptbahnhof schwer zu überblicken war. Im Museum wurde die Gruppe in drei kleinere Gruppen aufgeteilt, da es unterschiedliche Führungen mit verschiedenen Schwerpunkten gab. Die Kleingruppen fanden sich sehr schnell und waren konzentriert bei den Führungen.
Die erste Führung hatte als Schwerpunkt die Dinosaurierausstellung im Museum. Die Schüler erlernten interaktiv die Vorzüge verschiedener Skelettformen, die Nahrungsquellen der Dinosaurier und wie das Zeitalter der Dinosaurier ihr Ende fand.
Die zweite Führung beschäftigte sich mit den Highlights des Museums. Die Schüler sahen die interessantesten Exemplare der Dinosaurier, der Tiere, der Pflanzen und der Fossilien.
In der letzten Führung ging es um die Evolution der Wirbeltiere. Es wurde erläutert wie die Fische sich zu den Amphibien und weiter zu den Reptilien und Säugetieren entwickelt haben. Des weiteren wurde der Gruppe erklärt, wie und warum sich die Landtiere zu den Vögeln entwickelt haben.
Die Führung dauerte ungefähr eine Stunde, weshalb die verschiedenen Gruppen noch Zeit hatten das Museum auf eigene Faust zu erkunden. Eine Gruppe entschied sich mit ihrer Begleitperson in die Apotheken-Ausstellung zu gehen. Die andere Gruppe schaute sich die Kristalle an und die letzte Gruppe entschied sich die neue Spinnenausstellung anzusehen.
Die Beziehung zwischen einigen Partnern hatte sich noch weiter verbessert, da die deutschsprachigen Schüler den DiKla-Schülern bei schwierigeren Erklärungen helfen konnten und sie außerhalb der Ausflüge stärkeren Kontakt zueinander pflegten. Die Schüler verhielten sich schon deutlich angebrachter im öffentlichen Nahverkehr und hörten besser auf Anweisungen, welche von den Betreuern an die Gruppe gemacht wurden.
17.01.2017 - 11:48 Uhr
Jael Behrendt
Naturhistorisches Museum Mainz
Beim zweiten Ausflug fuhren wir nach Mainz. Die lange Hinfahrt mit dem vollen Bus erwies sich als anstrengend und die Zeit wurde etwas knapp. Die Partnergruppen arbeiteten während der Führung und dem folgenden Quiz gut zusammen. Bei Problemen mit dem Wortverstehen konnten die deutschsprachigen Schüler die DiKla-Schüler unterstützen. Es ging bei der geführten Tour um heimische Tierarten. Es stellte sich heraus, dass einige Tiere die wir hier in Deutschland kennen auch in den Herkunftsländern der DiKla-Schüler zu finden sind. Sie lernten auch einige neue Wörter, wie Fuchs, Wildschwein, Frischlinge, Hirsch und Biene. Die Highlights des Ausfluges waren den Schülern zu Folge das Probieren von verschiedenen Honigsorten und das Streicheln von ausgestopften Tieren.

Es war auffallend, dass die Gruppen bereits vertrauter miteinander waren und so besser zusammenarbeiten konnten. Auch in der Schule spielten DiKla-Schüler und andere Schüler in den Pausen öfter zusammen.
17.01.2017 - 11:46 Uhr
Jael Behrendt
Wiesbadener Museum
Unser erster Ausflug führte uns ins Wiesbadener Museum, welches zu Fuß von der Schule aus erreichbar ist. Vor dem Losgehen wurden die Partnergruppen aus einem DiKla-Schüler und einem Schüler der sechsten Klasse festgelegt. Da sich die Schüler kaum kannten, gab es einige Probleme bei der Findung von Partnern. Der Weg vom und zum Museum war recht angenehm, da die Schüler sich an Anweisungen gehalten haben. Im Museum gab es eine geführte Tour im naturwissenschaftlichen Bereich. Unter anderem füllten die Schüler in Partnergruppen Fragebögen aus und malten Bilder. Besonders die ausgestopften Tiere faszinierten die Kinder.

Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten bei der Arbeitsgruppenbildung, erwiesen sich die Paare als effektiv und gegenseitig unterstützend. Um die künftigen Ausflüge besser auswerten und den Lern- und Integrationsprozess verfolgen zu können, entschlossen wir uns Fragebögen sowie Ratespiele zu erstellen.
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